Vendor-Managed-Inventory (VMI)

 

Hinweis Hinweis

Der Begriff „Lieferant“ bezieht sich auf einen Geschäftspartner, von dem Materialien oder Dienstleistungen beschafft werden können.

Ende des Hinweises

Dieses Szenario beschreibt, wie ein Lieferant Materialbedarfe im Kundenunternehmen planen kann. Voraussetzung für diese Dienstleistung ist, dass der Lieferant Zugriff auf Bestands- und Abverkaufsdaten aus dem Unternehmen des Kunden hat. Sie können Vendor-Managed-Inventory (VMI) sowohl aus Sicht eines Lieferanten als auch aus Sicht eines Kunden realisieren. Ein typischer Anwendungsfall für VMI ist zum Beispiel die Disposition von Konsumgütern in einem Handelsunternehmen durch den Hersteller dieser Güter.

Sie können die Funktionen für VMI auch unabhängig voneinander und gegebenenfalls auch in einem anderen Zusammenhang als VMI verwenden.

Integration

Die folgenden Komponenten kommen dabei zum Einsatz:

Komponente

Funktion

Lieferant (im System des Kunden)

Senden von Bestands- und Abverkaufsdaten

Kundenauftrag (im System des Lieferanten)

Empfangen von Bestands- und Abverkaufsdaten über EDI

Durchführen der Nachschubplanung für Kunden

Einkauf (im System des Kunden)

Generieren einer Bestellung zu einer über EDI eingehenden Bestellbestätigung

Prozess

  1. Senden von Bestands- und Abverkaufsdaten über EDI

    Der Kunde sendet über den Nachrichtentyp PROACT historische oder prognostizierte Abverkaufsdaten und den aktuellen Bestand eines bestimmten Artikels an den Lieferanten.

    Weitere Informationen finden Sie unter Bestände und Abverkäufe an Lieferanten versenden.

  2. Empfangen von Bestands- und Abverkaufsdaten über EDI

    Im System des Lieferanten werden die Abverkaufsdaten des Artikels in der Informationsstruktur S130 des Informationssystems fortgeschrieben. Die Bestandsdaten werden in den Nachschubdaten dieses Artikels eingetragen.

  3. Durchführen der Nachschubplanung für Kunden

    Anhand der Abverkaufsdaten kann der Lieferant eine Prognose der zu erwartenden Abverkäufe im Unternehmen des Kunden durchführen. Er kann alternativ auch auf Prognosewerten aufbauen, die ihm der Kunde übermittelt hat.

    Auf Basis der aktuellen Bestände und gegebenenfalls der Prognosewerte führt der Lieferant eine Nachschubplanung für den Artikel durch. Die Nachschubplanung errechnet den Bedarf und generiert einen Kundenauftrag als Folgebeleg.

    Die Kundenauftragsdaten werden als Bestellbestätigung per EDI an den Kunden gesendet. Dazu wird der Nachrichtentyp ORDRSP verwendet.

    Weitere Informationen finden Sie unter Kundennachschub.

  4. Generieren einer Bestellung zu einer über EDI eingehenden Bestellbestätigung

    Die empfangene Bestellbestätigung des Lieferanten wird im System des Kunden verarbeitet und in eine entsprechende Bestellung umgesetzt. Wenn keine Bestellung generiert werden kann, zum Beispiel weil die Daten unvollständig sind, wird ein Workflow angestoßen.

    Wenn zu einem späteren Zeitpunkt Folgenachrichten zu diesem Vorgang vom Lieferanten an den Kunden gesendet werden sollen (zum Beispiel Auftragsänderungsmitteilungen oder Lieferavise), muss die Bestellnummer dem System des Lieferanten bekanntgegeben werden. Das Lieferantensystem kann die Nummer dann als Identifikator in die Folgenachrichten eintragen und ermöglicht es dadurch dem System des Kunden, sofort die betroffene Bestellung zu ermitteln.

    Wenn die Bestellnummer nach der Bestellgenerierung automatisch an das System des Lieferanten übertragen werden soll, müssen Sie die Partnervereinbarung für den EDI-Nachrichtentyp ORDCHG mit der Nachrichtenvariante VMI pflegen.

  5. Eintragen der Bestellnummer in den Kundenauftrag

    Die Bestellnummer aus dem System des Kunden wird als Referenz in den zugehörigen Kundenauftrag eingetragen.